Sonntag, 10. September 2017

Smoke von Dan Vyleta

So,
jetzt mache ich glatt mal was, was ich sonst nicht mache..... ich schreibe ein Review über ein Buch, dass ich noch nicht fertig gelesen habe.... aber mag.
Oh.... moment.... ist das nicht das selbe, wie zu versuchen ein Comic zu besprechen, von dem man erst einen Band gelesen hat.... owei, ich erkenne ein Muster😜
Allerdings bekomme ich langsam ein schlechtes Gewissen weil ich so lange brauche, daher...
Ein gutes hat es, keine Gefahr für Spoiler 😇

Also dann, zu Smoke, ihr erinnert euch, letztes Update:


Stellt euch vor, ihr wachst in einer Gesellschaft auf, in der jeder sieht wenn euch die Emotionen entgleiten.
Und was es schlimmer macht. Ihr befindet euch im England Ende des 19. Jahrhunderts. Dem England des Adels. Zu einer Zeit, in der das Ständesystem noch ziemlich gut funktioniert....
Es geht um Thomas und Charlie zwei junge adelige Männer, die auf einem Eliteinternat unter anderem lernen sollen, wie sie ihren Rauch kontrollieren können. Sauber bleiben.
Die Beiden haben sich von Anfang an gemocht und sind Freunde. Allerdings hält sich Thomas für grundsätzlich schlecht. Charlie versteht ihn, was das angeht, nur teilweise. Wie kann ein Mensch denn grundsätzlich schlecht sein? Haben seine Gene, seine Herkunft, denn so viel Einfluss auf die Zukunft?
Man erfährt, das etwas mit seinem Vater nicht gestimmt hat. Seine Mutter früh starb und er relativ unbeaufsichtigt aufwuchs. Was schlecht ist, schließlich beginnt man den Kindern von klein auf das Rauchen abzugewöhnen.
Die erste Wendung erfährt die Geschichte, als die Schule einen umstrittenen Ausflug nach London macht. Ganz nach dem Sweeny Todd Zitat: "There's no place like London", ist die Stadt ein riesiger Pfuhl des Rauches. Menschen sind quasi in schwarze Schmiere gehüllt. Der Abgrund der Menschheit.
Diese Erfahrung hat gemischte Auswirkungen auf die Jungs. Sie erleben eine Art Rauschzustand, der sich mir erst später erklärt hat. Alle rauchen, dann ist es nicht schlimm wenn ich auch rauche.... oder?

Nach einer öffentlichen Hinrichtung einer Frau am Galgen beobachtet Thomas eine Gestalt, die den zu Schmiere gewordenen Ruß von der Toten abkratzt... (Glaubt mir, wegen der Stelle hab ich meine S-Bahnstation verpasst).
Die Jungen hinterlassen diese Erfahrungen sehr aufgewühlt. Thomas fragt sich, ob es denn so schlimm ist so zu leben.... denn leben tut man ja irgendwie ... und Charlie hadert mit den Gefühlen die dieser Rausch in ihm ausgelöst hat... Lust, Gier, Befreiung.... all das hatte er nicht erwartet. Außerdem war da dieser Mann, der hat keine Spur Rauch an sich gehabt. Mitten in den Schwaden der Anderen....
Die nächste große Veränderung tritt zu den Weihnachtsferien ein. Charlie will Thomas mit zu seiner Familie nach Irland (yes!) nehmen, um diesen auf andere Gedanken zu bringen.... aber es kommt anders und die beiden Jungen werden zu Thomas Verwandtschaft geschickt.
Angeblich wurde Thomas' Anwesenheit gewünscht und Charlie soll ihm helfen sich dort auch ja zu benehmen.... Thomas kennt dort niemanden, außer seinen Erzfeind, der irgendwann auftaucht und sich als erster Sohn seiner Gastgeberin entpuppt.
Die Gastgeberin wiederum ist ein sehr interessanter Charakter. Sie stellt das System in Frage.... warum? War der Rauch denn schon immer da? Wirklich? Oder wollen gewisse Leute nur, dass wir das glauben?..... Die beiden Freunde beginnen nachzuforschen und begeben sich damit in die Schusslinie von Unbekannten...

So, bis hierher.
Das Buch ist bisher einfach großartig. Es dauerte ein wenig bis ich drin war.
Die Sprache ist toll. Der Autor spielt zwischendrin kurz mit Beschreibungen, die einem die Umgebung auf emotionale Weise näher beschreiben. Ich kann das schlecht erklären aber diese kurzen Abschweifungen helfen einem die Stimmung besser zu erfassen.
Außerdem springt er zwischen den Erzählperspektiven. Er erzählt mal aus der Sicht des jeweiligen jungen Mannes, dann mal aus der eines Butlers usw.
Das einmalige daran, finde ich, ist dass er auch komplette Randfiguren sprechen lässt. Figuren, die nur eine kurze Rolle spielen.... aber das was sie in dem Moment tun oder lassen, wird durch diese kurzen Frequenzen so gut beschrieben, dass diese Schreibweise nicht verwirrt, sondern die Geschichte noch tiefer macht. Ich finds toll.
Zugegebenermaßen weiß ich nicht ob dieser Erzählstil tatsächlich einzigartig ist und ich weiß auch nicht ob die Figuren evtl. später nochmal auftauchen. Ich denke diese Springerei in den Erzählperspektiven, war das, an das ich mich am Anfang einfach kurz gewöhnen musste. Zudem steht nicht an jedem Kapitel der Name der Person, die gerade "spricht". Man bekommt das aber trotzdem relativ gut mit.

Mittlerweile finde ich dieses Buch hoch philosophisch. Und ja, es macht trotzdem Spaß es zu lesen. Es ist verdammt spannend geworden und durch das Tiefgründige so unglaublich interessant für mich.
Die Idee mit dem Rauch ist fantastisch. Jeder raucht.... aus allen Poren, vergleichbar mit Schweiß. Allerdings schaffen es die Höhergestellten irgendwie den Rauch auf ein Minimum zu reduzieren. Was dazu führt, dass alle anderen sich logischerweise verdammt dreckig fühlen. Im Endeffekt entsteht immer dann Rauch, wenn wir emotional werden. Wir schämen uns, sind wütend, empfinden Lust, Neid, etc. sogar im Schlaf raucht man, und findet dann Morgens an den Laken und der Kleidung die Spuren seiner nächtlichen Verfehlung..... (Denkt dran, damals gab es keine Waschmaschine!!)
Tatsächlich ist es eigentlich unmöglich nicht zu rauchen.... und doch wird den jungen Männern, nein, der ganzen Gesellschaft etwas anderes eingeredet.
"Wenn du rauchst, bist du schlecht....!" Also geht es hier um den Zwang der Gesellschaft. Das man versuchen muss ins Bild zu passen um akzeptiert zu werden, um weiter zu kommen....
Ich empfinde das bei uns nicht ganz so schlimm wie in der Gesellschaft in diesem Buch, aber parallelen sind definitiv nicht zu leugnen. Ganz davon abgesehen, dass es in der Vergangenheit definitiv so war! Und man bekommt überhaupt keinen Hinweis warum das eigentlich so ist. Den Rauch gab es angeblich schon immer.....oder??
Ich bin sehr gespannt wie Dan Vyleta das löst. Oder ob überhaupt.
Momentan bin ich in der Mitte des Buches und kann es nur empfehlen. Mal sehen wie ich das Ende finde und ob meine Einschätzung richtig liegt.... ich melde mich dann nochmal kurz.

Freitag, 8. September 2017

Kennt ihr das?

Sagt mal, kennt ihr das, wenn ihr einfach so von eurem realen Leben eingenommen seit, dass in eurem Kopf kein Platz mehr für eure Bücher ist....
Da stapeln sich die Stapel. Werden am Ende immer höher und dann dieses schlechte Gewissen...... 😔
Jetzt sagen bestimmt die Eltern unter euch... "Hallooooo, welcome in my live!"
Aber ernsthaft, mir geht das gerade zum ersten Mal so. Zumindest erinnere ich mich nicht dran, das das schon mal so war.... Vielleicht während der Prüfungen und dem Klausur-Stress.....
Normalerweise habe ich einfach nur gerade nicht so viel Lust zu lesen... Dann les ich nur in der Bahn oder in der Badewanne 😉
Aber in den letzen Wochen ging einfach gar nichts 😔

Egal!
Mini-Update:
Habe ein neues Buch von Thienemann-Esslinger bekommen, auf das ich schon seit der Leipziger Buchmesse gewartet habe.
Jetzt muss ich mich echt zusammenreißen 😜
Das Buch heißt "Snow" und ist nun auf Platz 1 meiner Leseliste gelandet 😊
Und es wird wieder kalt 😜


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