Freitag, 29. Dezember 2017

Scythe von Neal Shusterman

Quelle: goodreads.com
Ein Scythe ist ein Henker, wie man unschwer an dem Cover erkennen kann. Allerdings ein Henker, der selbst entscheiden darf, wen er wie hinrichtet. Und hinrichten klingt ja auch sooo schrecklich negativ. Da die Leute nichts gemacht haben nennt man das jetzt "Nachlesen"....
So wird einem in diesem Buch einleitend die Welt erklärt. Die Menschheit hat den Tod besiegt. Eigentlich eine tolle Nachricht. Niemand stirbt mehr, sonder geht "über den Berg", dass bedeutet man darf sich entscheiden, auf welches Alter man seinen Körper zurückgesetzt haben möchte. Minimum ist aber 21 Jahre... aber wer will schon freiwillig in die Pubertät zurück ;P
Einen kleinen Haken hat diese schöne neue Welt allerdings. Sie ist nicht für das ewige Leben ausgelegt. Denn die Erde wächst nun mal nicht mit. Das haben die Wissenschaftler leider noch nicht geschafft. Auch der Supercomputer, der jetzt die Weltressourcen für uns verwaltet weiß zwar eigentlich alles, für dieses Problem hat er allerdings auch keine Lösung. Bzw. den wahren Tod, überlassen wir ihm nicht! (vielleicht doch was aus Terminator gelernt ;) )
Damit kommen wir zu dem Scythe-Tum. Der Henkergilde. Scythe unterstehen wenigen Regeln und Pflichten. Er soll nur unvorbehalten Töten (ich nenn das jetzt einfach so, denn wenn man sich noch nicht an "nachlesen" gewöhnt hat, dann klingt das einfach zu nett). Er muss seine Quote erfüllen (ja, es gibt so eine Art Abschussplan, wie viele jeder Scythe im Jahr final über den Jordan schicken darf). Er darf keine Liebschaften und Kinder haben (das..... war ja klar......). Er ist unsterblich und darf sich nur selbst töten. Wenn sich eine ausgewählte Person wiedersetzt ist dessen ganze Familie zu töten. usw. Aber das sind die wichtigsten.
Scythe werden ausgebildet. Und Scythe Faraday beschließt eines Tages 2 neue Auszubildenden auszuwählen. Citra und Rowan. Warum die Beiden geeignet sind? Sie wollen es nicht!
Citra trifft zum ersten mal auf den Scythe als sich dieser bei Ihnen zum Essen einlädt. Da die ausgewählte Nachbarin nicht zu Hause ist, quartiert er sich kurzfristig bei ihrer Familie ein. Das versetzt alle Anwesenden in einen Schockzustand, denn er verrät sein Motiv erst am Ende seines Besuches und da Scythe keine Freunde haben muss jeder der einem begegnet damit rechnen gleich getötet zu werden.
Citra hasst ihn dafür. Unterstellt ihm sadistische Freude an dem was er tut. Scythe Faraday ist allerdings einer der alten Schule. Er tötet schnell und wählt seine Opfer statistisch aus.
Du bist 18 Jahre, fährst gerne Auto und magst Alkohol? Die Wahrscheinlichkeit, dass du früher bei einem Unfall gestorben wärst liegt bei 3%.... also schauen wir mal wie viele Schüler an deiner Schule in Frage kommen...... oder so ähnlich......
Rowan hält genau so einem Jungen die Hand, als Faraday in die Schule kommt um ihn zu töten. Auch Rowan ist stinksauer. Er wagt es sogar dem Scythe die Meinung zu geigen.

Beide treten ihre Ausbildung allerdings tatsächlich an, in dem Wissen, dass einer der Beiden kein Scythe wird und dann sein Leben normal weiter führen kann...... oder??

Das Scythetum wird als eine Gesellschaft beschrieben, die auch ihre verschiedenen Strömungen hat. Die, die sich an die Regeln halten und sich als ehrwürdigen empfinden, die Korrupten, die sich Annehmlichkeiten erfreuen und Gefallen erteilen (obwohl das nicht gestattet ist) und die, die sich als gottgleich sehen, die nicht verstehen, warum keinen Spaß an dem haben sollte was man tut. Ganz besonders wenn es doch so ein verantwortungsvoller Job ist....
Die letztere Gruppe macht Probleme.
Aber dazu jetzt nicht mehr, sonst gibts zu viele Spoiler.

Ich fand das Buch klasse und kann es nur empfehlen. Hab das Hörbuch gehört und das war auch super... und das obwohl ich Hörbücher meist nicht mag.
Man kann sich mit den Charakteren schnell identifizieren. Sogar Scythe Faraday ist einem sehr schnell sympatisch. Man spürt den Reiz der Macht bei den Scythe der neuen Bewegung und fühlt die Wut, der armen Ausgewählten, die nichts falsch gemacht haben und trotzdem einfach so ihr Leben beendet bekommen. Denn die Scythe stellen sich meistens vorher vor, bevor sie dich töten.

Ja, das Buch ist mega makaber. Aber das fand ich total klasse. Nicht geschmacklos makaber sondern plausibel. Mit dem Hintergrund, dass man, wenn man die Maschine die Auswahl hätte treffen lassen, am Ende wahrscheinlich die gerechtere und humanere Auslese bekommen hätte... Wenn man von so etwas überhaupt reden kann. 
Ich bin mir allerdings ziemlich sicher, dass strenggläubige Menschen mit diesem Buch nicht zurechtkommen. Aber auf der anderen Seite. Diese Menschen lesen ja bestimmt kein Fantasy.... oder?? ;)
Haut rein, man bereut es nicht.

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