Sonntag, 18. April 2021

"Von acht Prinzessinnen, die keinen Retter brauchen" von Natasha Farrant

 

Quelle: Goodreads
Nein, ich lese im Moment nicht nur Bücher über starke Frauen. Aber immer mal wieder. Aus diesem Grund ist auch dieses Buch auf meinem Stapel gelandet. Der Titel sagt ja schon alles. Das musste ich einfach lesen.

Soweit so gut. Also das Buch beinhaltet 8 kurze, märchenhafte Geschichten, in denen Prinzessinnen ihren Kopf durchsetzen. Und das ohne die Hilfe von Männern. Umrahmt werden die Geschichten von der Erzählung von der Fee und ihrem Spiegel (nein, nicht der an der Wand, auch wenn er bei ihr an der Wand hängt.....), die Patentante für eine Prinzessin werden soll und leider nicht weiß, was sie dem kleinen Mädchen denn wünschen soll.... Also schickt die Fee ihren Spiegel auf eine Reise in die Welt. Er soll Prinzessinnen suchen und herausfinden, was eine tolle Prinzessin so ausmacht. Der Spiegel macht ganz schön viel mit, bis er wieder bei der Fee an der Wand landet..

Die acht Prinzessinnen-Geschichten sind ganz nett. Am besten fand ich die mit der Prinzessin, die segeln wollte, das eigentlich nicht durfte und dann von ihrer Mutter Unterstützung erfährt und am Ende einem jungen Mann das Leben damit rettet. Und die Geschichte mit den Prinzessinnen die im Krieg ins Exil müssen und dort eben nicht wie Prinzessinnen leben. Gerade diese Geschichte hat gezeigt, dass auch in alltäglichen Situationen heldenhafte Handlungen möglich sind. Es muss nicht immer der Ritter, oder eben die Prinzessin losziehen um eine Prinzessin zu befreien. Da reicht es schon Geld für die Familie zu verdienen.

Die erste Geschichte hat mir aber nicht so gut gefallen. Das ist die, bei der die Schwester losziehen muss um die Prinzessin zu befreien. Weil die Ritter zu nichts zu gebrauchen sind. Die Ritter werden in dieser Geschichte als hochmütig und dumm dargestellt. Die Zauberin, die der Retterin hilft lässt auch kein gutes Haar an ihnen, weil sie den Wald abholzen um sich Schlösser zu bauen.... Wenn das witzig sein soll, hat mic der Scherz leider nicht abgeholt. Man muss nicht andere schlecht machen, nur weil man darauf hinweisen will, dass Frauen es auch alleine schaffen.... Das war mir doch ein bisschen zu viel des Guten. Wäre die Geschichte evtl. nicht an Platz eins aufgetaucht, hätte es mich vielleicht nicht so sehr gestört. Oder vielleicht doch... Wer weiß. Da es in den anderen Geschichten allerdings nicht so Ritter- bzw. Männerfeindlich zugeht, ist das zu vernachlässigen.

Fazit: Dieses Buch enthält märchenhafte Geschichten zum Vorlesen oder zum selbst lesen. Eine nette Abendlektüre. Die Geschichten sind schön geschrieben und illustriert. So richtig vom Hocker gehauen haben sie mich aber nicht.

Sonntag, 11. April 2021

"Rules for Being a Girl" von Candace Bushnell

 

Quelle: Goodreads.com
Der Titel ist Programm in diesem Buch. Also hab ich es gehört ohne viel zu erwarten. Ja, amerikanischer Teenie, klassisch, Freund ist im Sportteam.... So... Eigentlich hatte ich auch erwartet, dass mir die Protagonistin relativ egal ist..... Aber sie wächst einem doch ans Herz.

Marin hat sich nie als Rebellin gesehen. Sie ist ein normales Teenage-Mädchen.... na ja, seit einem Jahr mit ihrem Freund zusammen zu sein und ihn immernoch auf Abstand zu halten ist jetzt nicht unbedingt normal aber auch nicht abnormal.... Ihr fehlt da scheinbar einfach noch was. Aber greifen kann sie es nicht. Sie ist in Englisch sehr gut und schreibt für die Schülerzeitung. Gute Noten, alles im Grünen Bereich.
Sie geht mit ihrer besten Freundin und ihrem Freund auf die gleiche Schule. Sie ist relativ beliebt. Kein Außenseiter, keine Ballkönigin. Und sie schwärmt wie fast alle Mädchen auf der Schule für ihren Englischlehrer Mr. Bescket, den alle nur "Becks" nennen, und das auch dürfen. Der Mann gibt sich lässig und ist sogar bei den Jungs beliebt.

Es fängt ganz harmlos damit an, dass an der Schule die Kleiderordnung verschärft wird. Mädchen dürfen jetzt keine Kniestrümpfe mehr tragen. Hier wird Marin zum ersten mal bewusst, dass das ungerecht ist. Mädchen müssen sich streng an alles halten, sonst werden sie zum Teil vor der ganzen Schule ermahnt. Jungs können quasi fast rumlaufen wie sie wollen, da sagt niemand was.
Wäre das allerdings alles gewesen, wäre das Buch bei mir sicher nicht so hoch im Kurs. Ganz davon abgesehen, dass das Marin nicht unbedingt stört.

Alles verändert sich an dem Tag, an dem Marin mit Becks nach Hause fährt... Es ist nicht das erste Mal, dass er sie nach Hause bringt. Einmal hat er sie schon gefahren, weil sie ziemlich lange nicht abgeholt wurde. Dieses Mal ist es aber anders. Da er ihr schon immer mal ein Buch ausleihen wollte, das aber bisher immer vergessen hat, bietet er ihr an kurz bei sich zu halten und das Buch zu holen, damit sie es "endlich" lesen kann. Soweit so logisch, so gut. Dort angekommen fragt er sie, ob sie etwas bei ihm essen möchte, da er auch Hunger hätte. So bekommt er sie in seine Wohnung.... Und dann nähert er sich ihr und küsst sie. Etwas perplex wimmelt sie ihn ab und lässt sich nach Hause bringen. 

Die Fahrt ist der Horror, da sie sich absolut unwohl fühlt. Je länger sie darüber nachdenkt, je schlechter geht es ihr.

Damit nimmt alles seinen Lauf. Ihre Freundin, die sie als erstes ins Vertrauen zieht reagiert sehr abweisend und distanziert sich immer mehr von ihr. Anfangs versucht sie ihr sogar einzureden, dass das gar nichts schlimmes war. Ihr Freund geht auch nicht wirklich auf ihr Problem ein. Das muss bestimmt ein Missverständnis gewesen sein. 

Je mehr sie sich missverstanden fühlt, je mehr Widerwille baut sich in ihr auf.
Sie schreibt "Rules for Being a Girl" für die Schülerzeitung. Eine richtig gute Geschichte über die Doppelstandards die für Mädchen und Frauen gelten, wie sie zum Beispiel nicht zu sexy aber auch nicht prüde sein sollen etc. Der Artikel wird nicht gedruckt. Letztendlich scheitert es daran, dass Becks der verantwortliche Lehrer ist. Aber auch der Rektor, an den sie sich wendet, schmettert ihn ab. Kein Wunder, kritisiert sie ja unter anderem seine Kleiderordnung.

Nach einiger Zeit geht Marin wegen "Becks" zum Rektor und meldet den Vorfall.... und dann wird es für sie erst so richtig ungemütlich. Die ganze Schule ist gegen sie...

Am Anfang des Buches fand ich Marin sehr langweilig und naiv. Es kam einem so vor, als hätte sie da nicht wirklich ein großes Problem. Die Autorin schafft es allerdings, dem Leser mit der Zeit klar zu machen, wie es sich anfühlt, wenn man sexuell belästigt wird und dass es nicht heißen muss, dass ein Mädchen, dass von Ferne auf seinen Lehrer steht, auch mit ihm zusammen sein will. Das viele die Schwere solcher Taten gar nicht begreifen können oder wollen, und was das mit dem Opfer macht... Marin wird eigentlich sehr stark dargestellt, ihr geht es erst relativ spät so schlecht, dass sie nicht mehr rausgehen möchte. Das hätte viel früher passieren können.

Kurzes Fazit. Das Buch beginnt langsam, nimmt dann fahrt auf und wird am Ende richtig gut. Ich kann es jedem empfehlen, der sich in Richtung Emanzipation und "Me too" interessiert.

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