Dienstag, 18. Dezember 2018

Odinskind von Siri Pettersen

Quelle: Goodreads.com
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Dieses Buch wäre beinahe nicht auf meiner zu lesen Liste gelandet. Weil mich der Inhalt zwar irgendwie ansprach, aber nicht genug um meinen ewig wachsenden Stapel von Büchern mit ihm zu erweitern... Und dann hatte ich eine lange Autoreise vor mir und Odinskind war eines der Hörbücher, die ich an diesem Tag in der Bücherei fand und zack, habe ich wieder eine Leseempfehlung für euch.

Dieses Buch hat es echt in sich. Das Cover ist interessant aber für mich eigentlich noch nicht übermäßig ansprechend. Die Story geht eher in die Richtung "High Fantasy". Landschaften und Charaktere werden intensiv erläutert und Gegebenheiten detailliert beschrieben. Also schwere Kost.... nein, zum Hören definitiv nicht! Allerdings ein ellen langes Hörbuch, nur so zur Vorwarnung ;)

Also... die Hauptpersonen sind Hirka und Rime. Eigentlich geht es hauptsächlich um Hirka, die Schwanzlose. Denn in Ymsland haben alle Einwohner einen Schwanz (siehe Cover) nur Hirka nicht. Allerdings weiß das keiner, nicht einmal sie selbst. Denn der Mann den sie als Vater kennt, hat sie als Baby in der Wildnis gefunden, sie mit nach Hause genommen und beschlossen sie zu behalten. Um allerdings ihre Schwanzlosigkeit vor den Anderen zu verheimlichen, fügte er ihr einen Schnitt und mehrere Wunden zu, um einen Wolfangriff vorzutäuschen. Das ist notwendig, da Schwanzlose als Odinskinder bekannt sind, die die Fäulnis ins Ymsland bringen. Ohne zu viel verraten zu wollen.... ihr könnt es euch ja eh denken, das ist sehr sehr übel....
Hirka wächst also mit der Last auf anders zu sein. Wie anders sie allerdings ist erfährt sie erst im Verlauf der Geschichte. Denn alle im Ymsland können "umarmen" (eine magische Gabe, bei den Mächtigsten des Landes sehr ausgeprägt) und müssen dies auf der Schwelle zum Erwachsenwerden auch beweisen. Aber Hirka kann es nicht.... und so nimmt ihre Geschichte eine dramatische Wendung.
Und dann ist da noch Rime, der Sohn einer der Ratsältesten, der von einer langen Reise sehr verändert zurückkehrt. Kann sie ihm trauen??

Die Geschichte beinhaltet nicht nur eine Handlung mit sehr sympathischen und tief beschriebenen Charakteren, sondern hat auch eine komplexe politische Seite (nicht zu komplex... erinnert mich ein bisschen an die von Scyth... aber nicht inhaltlich, keine Angst... keine Dopplung hier). Intrigen werden gesponnen, Leute werden misshandelt und bevorzugt.
Ein bisschen Religion spielt hier auch eine Rolle. Schließlich gibt es ein religiöses Staatsoberhaupt in Form eines Raben, der der "Seher" genannt wird.

Die Geschichte wird ausführlich und angenehm ruhig aufgebaut. Die Spannung steigt am Ende so an, dass ich am liebsten einfach noch ein Stündchen weiter gefahren wäre um weiter zu hören. Die Charaktere sind super sympatisch. Das bisschen Liebe ist angenehm flach aufgebaut und wirkt definitiv nicht gezwungen. Die Beschreibungen der Landschaften, Leute und des politisch/religiösen Systems sind sehr gut und trotz der Intensivität sehr angenehm.
Anfangs fühlte ich mich etwas in den skandinavisch klingenden Begriffen verloren. Ein paar kommen einem aus der nordischen Mythologie bekannt vor aber nicht wirklich besonders viele. Man merkt dem Buch definitiv seine Herkunft an, was das angeht. (fand ich super ^^) Aber die Rätsel des Anfangs lösen sich schnell und man steigt dann voll und ganz in die Geschichte ein.
Also es lohnt sich den evtl. etwas holprigen Beginn durchzuhalten, denn man wird mit einer runden und wunderbar vielfältigen Geschichte belohnt.
Ich kann sie euch nur empfehlen. Und wenn ihr euch vor dem dicken Wälzer scheut so wie ich, ... das Hörbuch ist sehr gut vertont :)

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