Donnerstag, 5. Mai 2022

Baby & Solo von Lisabeth Posthuma

 

Quelle: goodreads.com

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Dieses Buch ist eine eindeutige Leseempfehlung für alle die die 90er Jahre noch gut in Erinnerung haben. Ich liebe es einfach.

In diesem Buch geht es um Joel, der gerade versucht wieder in ein "normales" Leben zurückzufinden. Warum? Na weil er mit seinen 17 Jahren schon einige Zeit in der geschlossenen Anstalt verbracht hat. Warum? Das wird uns natürlich erst später erklärt... Da gibt es "die eine Sache" die passiert ist und nach der lief auf einmal alles anders. Die Familie hat angefangen Probleme zu bekommen und Joel hat Chrystal getroffen. Und er mochte Chrystal. Er hat Chrystal sogar Schminke gekauft und stundenlang mit ihr geredet...... Problem war nur..... Chrystal hat leider niemand sonst gesehen.....

Nachdem Joel nicht nur in Behandlung musste, sondern dort auch so einige schlimme Dinge mitgemacht hat, ist er jetzt soweit. Chrystal taucht nicht mehr auf und seine Ärzte denken, er könnte versuchen wieder ein ganz normales Leben aufzubauen. Naja, er bekommt Heimunterricht, damit er nicht in der Schule erklären muss, wo er all die Jahre war. Und da er richtig clever ist und eigentlich soweit ist seinen Abschluss bald zu machen, beschließt er in der örtlichen Videothek für einen Job vorzusprechen.

Ja, ihr hört richtig. Videothek und es folgen ab jetzt zahlreiche Referenzen zu Filmen aus der Zeit. Hier bekommt Joel den Namen Solo, den er sich selbst aussuchen durfte, denn alle Mitarbeiter müssen sich auf der Arbeit nach Filmcharakteren benennen. Und hier trifft er auf die coolste Crew, die man sich wünschen kann. Von Scarlet, der vollbusigen Schönheit über den Paten, der allerdings eine Frau ist aber sonst dem Cliché entspricht, bis hin zu Baby, die etwas ruppig ist, ihn aber schnell ins Herz schließt.

Und es entwickelt sich eine richtig tolle Freundschaft zwischen den Beiden, mit ups and wirklich tiefen downs.

Die Charaktere: Alle haben ihr Päckchen zu tragen und nach und nach bekommt man ein ganz gutes Bild, warum sie handeln wie sie eben handeln. Sie entwickeln sich weiter, haben Meltdowns, stehen wieder auf und sind insgesamt eine bunte Mischung. Sogar Scarlet wächst einem ans Herz auch wenn sie anfänglich einem wandelnden Cliché entspricht.

Hauptsächlich geht es aber um Joel und seine Freundschaft zu Baby. Ja, nur Freundschaft! Also wer hier die fette Lovestory erwartet wird enttäuscht. (ich nicht ;) )

Die Autorin schafft es eine Mischung aus Humor und Ernsthaftigkeit zu schaffen, die mich sofort abgeholt hat. Liegt vielleicht auch an dem 90er-Jahre-Setting und das fällt halt 100% in meine Kindheits- und Jugenderinnerungen. Die Referenzen zu den großen Filmen der Zeit haben so Spaß gemacht. Und trotzdem kommen die Probleme die die Teens haben nicht zu kurz und kommen absolut authentisch rüber. Trotz der ernsten Thematik und der psychischen Tiefe der Charaktere schafft sie es, dass das Buch absolut locker daher kommt und leicht zu lesen ist. 

Für mich ist dieses Buch einfach richtig stark, humorvoll, ernst und wichtig. Sorry, für die großen Worte, aber definitiv verdient! Problem nur, ich bin mir nicht wirklich sicher ob man die Teens heutzutage mit dem Setting abholen kann. Ich bin mir hingegen ziemlich sicher, dass sie nicht alle Filmreferenzen verstehen werden. Ganz sicher werden sie nicht kapieren was die Rückspulgebühr ist und wie genau das damals war, wenn man einen neuen Film sehen wollte und der immer ausgeliehen war.... Man kam da ja nicht dran! Und das mit den horrenden Gebühren für einen Abend können sie sich wahrscheinlich auch nicht vorstellen und wir reden hier nicht darüber wenn sie zu spät kamen..... aber egal.... Sie lernen definitiv was dabei. Und bekommen noch tolle Filmvorschläge. Ich find's klasse.

Allerdings muss man bei dem Buch absolut eine Trigger-Warnung aussprechen. Wer Schwierigkeiten damit hat über psychische Probleme, Suizidversuche und Therapien zu lesen. Wer empfindlich auf Darstellungen der Homophobie reagiert und wer nichts über Teenager-Schwangerschaften, das Thema Abtreibung oder Adoption lesen möchte, sollte evtl. besser die Finger von dem Buch lassen. Auch wenn das Buch meiner Meinung nach sehr gut damit umgeht. Jeder reagiert anders.

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